Alljährlich wird am Girls' Day dafür geworben, dass mehr Frauen in so genannte MINT-Jobs (Mathematik – Informatik – Naturwissenschaften – Technik) einsteigen. Immer noch entscheiden sich mehr als 70 Prozent aller Mädchen für typische Frauenberufe wie Friseurin, Arzthelferin oder Bürokauffrau.

Oft werden junge Frauen zum Beispiel Erzieherin, weil hier typisch weibliche Eigenschaften wie soziales Miteinander oder „sich um andere kümmern“ gefragt sind. Auch das Argument, dass sich hier später Beruf und Familienleben besser unter einen Hut bekommen lassen, fällt häufig. Dabei ist das gerade in den typischen Frauenberufen nicht der Fall. Die Technikberufe sind zum Beispiel sehr viel familien- und arbeitszeitfreundlicher als die Berufe in der Krankenpflege, in der Erziehung oder im Handel.
Und Frauenberufe sind häufig Sackgassenberufe: Es ist kein Aufstieg möglich. Wer einmal Arzthelferin geworden ist, bleibt es auch. Außerdem gibt es gerade in den typischen Frauenberufen vergleichsweise schlechte Aufstiegschancen und niedrige Gehälter.
Meist trauen sich Frauen einen MINT-Beruf aber einfach nicht zu – sie glauben, dafür nicht gut genug zu sein. Ein Irrglaube, schließlich steht das weibliche Geschlecht den Herren der Schöpfung in intellektueller Hinsicht in nichts nach. Im Gegenteil, Mädchen sind schon in der Schule meist fleißiger und haben bessere Noten als Jungs. Wieso also nicht auch mal nach dem Unbekannten, Untypischen, scheinbar Unerreichbaren greifen? Denn nicht immer liegt das Gute nah ...