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Kunst der Illusion
Der 17-jährige Schüler Marco Weißenberg beteiligte sich mit einem YouTube-Video am Video-Wettbewerb „Was uns antreibt“ der Volksbanken und Raiffeisenbanken. Sein Film überzeugte die Jury und so gewann der Nachwuchsmagier unter anderem ein Treffen mit dem prominenten Illusionisten Simon Pierro (32), vielen bekannt als Lockvogel bei „Verstehen Sie Spaß?“. Wir haben beide im Doppelinterview über das (Ver-)Zaubern befragt. Mehr Antworten findest du in der aktuellen Ausgabe deiner VR-Go.
Marco, wie hast du die Grundlagen der Zauberei gelernt?
Marco: „Meist habe ich Tricks bei Zauberern im Fernsehen gesehen. Heute schaue ich mir auch vieles im Internet an. Ich hatte dann mit meinem Vater im Garten losgebastelt und alles Mögliche ausprobiert. Zeitweise hatte ich hüttenweise Krimskrams, von dem längst nicht alles funktionierte. Mit 13, 14 wollte ich das Zaubern dann professioneller betreiben und habe mir im Zirkusladen einige Tricks gekauft. Danach war mir bei vielem klar, wie es funktioniert.“
Simon, als Star kennt man dich aus „Verstehen Sie Spaß?“, aber wo bist du eigentlich zum ersten Mal aufgetreten?
Simon: „Meinen ersten Auftritt hatte ich beim lokalen Taubenzucht-Verein. Heute muss ich über die Video-Aufnahmen lachen und bin froh, dass ich so ein nettes und dankbares Publikum hatte, welches mich zu weiteren Auftritten motivierte.”
Du bist „Deutscher Meister der Zauberkunst“. Wie wird man das eigentlich?
Simon: „Die deutschen Meisterschaften werden alle drei Jahre vom Magischen Zirkel veranstaltet. Rund 150 Künstler treten zuvor bei Vorentscheidungen an, um sich zu qualifizieren. Wem dies gelingt, der darf ein weiteres Jahr an seiner Show arbeiten, um dann zum großen Showdown anzutreten. Hier gibt es mehrere Sparten, wie Großillusionen, Kinderzauberei oder Kartenkunststücke. Aber nur wer spartenübergreifend die höchste Punktzahl erreicht, darf sich dann „Deutscher Meister der Zauberkunst“ nennen. Mir gelang dies mit meiner Show „Vom Tellerwäscher zum Millionär“, die über 40 selbst entwickelte Kunststücke beinhaltet.”
Marco, du konntest kürzlich bei einer Show Profi-Zauberern über die Schulter schauen. Was hat dich besonders überrascht?
Marco: „Der große Aufwand, der dahintersteckt. Ich habe mir eine Show von „die ZAUdERER“ angesehen und konnte die Künstler treffen. Ich dachte, die machen das total spontan und locker. Dann guckst du hinter die Bühne und siehst die Arbeit, die damit verbunden ist. Alle Requisiten werden abgezählt und nummeriert. Das hätte ich nicht gedacht.“
Gibt es beim Zaubern Trends wie in der Mode?
Marco: „Ja, definitiv. Im Moment versuchen viele, eine großartige Geschichte um das Zaubern zu bauen und modern zu sein. Man zieht nicht mehr den Frack an und ist der Zauberer. Man versucht sich in vielen Rollen. Früher war alles bunt und quietschig mit vielen Federblumen und hübschen Assistentinnen in knappen Kleidern und so. Das ist heute nicht mehr der Fall. Ein Trend sind zum Beispiel Zaubertricks mit Handys. Zu den absoluten Klassikern zählen aber immer noch die zersägte Jungfrau oder der Hase aus dem Zylinder.“
Simon, hast du für Marco einen Tipp, was einen erfolgreichen Zauberer ausmacht?
Simon: „Begeisterungs-Fähigkeit, Fantasie und Durchhalte-Vermögen. Am Ende soll alles aussehen, als wäre die Vorführung spielerisch einfach. Dies geht aber nur, wenn man sehr viel geübt und viele Unwägbarkeiten bei der Entwicklung neuer Kunststücke überwunden hat. Wer es dabei schafft, seinen eigenen Stil zu finden und nicht andere Zauberer imitiert, der hat auf jeden Fall ganz gute Chancen, erfolgreich zu werden.”
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